veganversuch

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Der Anfang

Im letzten Jahr habe ich zum ersten Mal in der Fastenzeit auf Süßes und Knabberkram verzichtet. Die ersten Tage fielen mir schwer, aber auch nur, weil ich wusste, dass mir die ganze Zeit ohne meine geliebte Schokolade bevorsteht. Ich habe aber gemerkt, dass es mir doch leichter fiel, auf die Dinge, die mir sonst den Tag so versüßt haben, zu verzichten, als an den Tagen zuvor, an denen ich mir selber gesagt habe: „heute esse ich mal keine Schokolade“ – das hat nie geklappt.

Dadurch, dass ich mich nun fest darauf eingestellt hatte und wusste, dass es nur für eine bestimmte Zeit sein wird, ging es erstaunlich gut. Ich hatte mich davor körperlich nicht so wohl gefühlt. Und deswegen beschlossen, eine Zeit ohne Süßes auszuprobieren. Und es ging mir wirklich hervorragend. Es hat mir sehr gut getan. Es ging mir nicht darum, dadurch abzunehmen oder meinen Konsum an Süßem langfristig zu unterbinden (aber ja, ihn zumindest zu reduzieren), sondern hauptsächlich um meinem eigenen Wohlbefinden nachzuspüren und mir selber zu beweisen, dass ich das durchziehen kann.

In diesem Jahr habe ich mir das Selbe vorgenommen: Ich wollte auf Süßigkeiten und Chips verzichten. Nun habe ich aber auch schon öfter mit dem Testen (wohlgemerkt, erstmal nur Testen!) des veganen Lebensstils geliebäugelt. Ich war jahrelang Vegetarier und bin nun seit ein paar Monaten wieder dahin zurückgekehrt. Ich habe nicht den Eindruck, dass es meinem Körper je geschadet hat (zugegebener Maßen hatte ich früher einen niedrigen HB-Wert und durfte deswegen nicht Blutspenden; aber es war kein Mangel) und ich fühle mich gut dabei.

Hingegen fühle ich mich in der Nähe eines Veganers wie ein schlechterer Mensch. Dieser Mensch muss dazu nichts tun (also um Gottes Willen mich bitte nicht belehren!), außer sich einfach vegan zu ernähren. Dann fühle ich mich schlecht, weil ich finde, dass er etwas Gutes tut. Als ich zum ersten Mal Vegetarier geworden bin, habe ich mich dafür entschieden, weil mir die Tiere so leid taten. Dies ist auch immer noch oft der Fall, aber ich habe mich auch bewusst gegen Fleisch entschieden, weil mir hier direkt bewusst ist, was ich da esse und das Tier hierfür sterben musste.

Jedoch finde ich nicht, dass jeder Mensch Veganer sein sollte. Das Fleischessen gehört schon seit Menschengedenken zu unserem Leben und es spricht auch gar nichts dagegen. Daher war für mich eher die Haltung der Tiere das Gräuel und das Ausmaß an Fleisch, das produziert wird und zu welchem Preis. Und genau in diesem Punkt bin ich nicht konsequent: mein Käse und meine Milch und mein Joghurt kommen vermutlich auch größtenteils aus einer Massentierhaltung, gegen die ich definitiv bin. Aber ich bin auch Mensch und bequem. Und daher finde ich, dass Veganer bessere Menschen sind (solang sie einen nicht bekehren möchten oder es zumindest nicht ausüben), weil Sie sich dafür entschieden haben, für die Tiere einzustehen und dafür zu verzichten.

Ich weiß schon, dass dies alles Einstellungssache ist. Anfangs konnte ich mir nicht vorstellen, Vegetarier zu sein und nun ist es überhaupt kein Problem für mich.

Daher bin ich sehr gespannt, wie dieser Versuch ausgehen wird.

11.2.15 15:08

bisher 7 Kommentar(e)     TrackBack-URL


leser (11.2.15 15:23)
veganversuch gibt es nicht. entweder zieht man das durch oder man lässt es bleiben.

bescheuert.


leser (11.2.15 15:25)
übrigens. das ist was nur für menschen mit starken charakter und die entscheidungen treffen können. dazu gehörst du definitiv nicht.

lach. wir lachen uns schon kaputt hier.


David (11.2.15 15:41)
Gewohnheiten hat man über die Jahre sich angewöhnt und somit braucht man zwischen 21 und 60 Tagen. Aber dann bleibt es solange man auch dabei bleibt. Teilschritte helfen zu kleine Erfolge.

Gewphnheiten, Ziele und alles was man verändern will braucht man Disziplin und Durchhaltevermögen. Das ist der Schlüssel zum Erfolg. ;-)

Ich sekbst habe von einen Tag zum anderen vor 12 Jagren das Rauchen mir abgewöhnt. Allerdings wollte ich das auch so. Mein Wille ist mein Erfolg für alles.

Du kannst das auch. Nehme dir doch ein Beispiel und motiviere dich damit.

Wenn du magst helfe ich dir dabei mit Sätzen die dich motivieren.


veganversuch (15.2.15 14:56)
Vielen Dank für eure qualifizierten Rückmeldungen!


veganversuch (15.2.15 16:16)
Vielen Dank, David!

Ich möchte diesen Versuch nicht aus dem Grund machen, um unbedingt Veganerin zu werden. Ich möchte vor allem wissen, was es im Alltag bedeutet, vegan zu leben und um herauszufinden, ob ich das möchte.

Die Fastenzeit ist in meinen Augen dazu da (oder zumindest gut geeignet), um auf etwas zu verzichten dadurch auch eine andere Sicht auf die Dinge zu entwickeln.

Ich fühle mich derzeit nicht bereit dazu, langfristig vegan zu leben. Daher versuche ich es ertmal auf eine bestimmte Zeit. Und ich glaube auch hier ist es schon recht schwierig für mich, das durchzuhalten. Aber wer weiß, wie sich dies gestaltet.

Motivieren lasse ich mich natürlich trotzdem gerne.


David (17.2.15 11:57)
@veganversuch

Natürlich musst du bereit sein. Erstmal abklopfen warum du das möchtest. Wegen der unwürdigen Tierhaltung? Weil du gesünder leben möchtest?

Beginne erst mit Teilziele wie z. B.: Erst nur Hähnchenfleich 1-2 mal im Monat. Wurstwaren auf nur ein Teil begrenzen.

Dsa geht wirklich leicht.

Du schaffst es.


veganversuch (18.2.15 22:44)
Also Vegetarier bin ich ja schon. Das ist also kein Problem.

Auf Milchprodukte zu verzichten ist für eine Zeit wohl auch kein Problem. Sie zu reduzieren kann ich mir ebenso gut vorstellen. Den Rest warte ich erstmal ab, um zu sehen, wie sich meine Einstellung in der Fastenzeit entwickelt.

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