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Fleischersatz für Veganer und Vegetarier?

Ein Thema, das auch immer zu hitzigen Diskussionen führt, sind die Fleischersatzprodukte für Menschen, die das Fleisch nicht essen möchten, aber nichts gegen den Geschmack haben.

Hierfür haben besonders Fleischesser meist kein Verständnis; nach dem Motto: ganz oder gar nicht. Ich hatte zu diesem Thema auch schon verschiedene Ansichten und war mir oft nicht sicher, wie ich es sehen möchte.

Inzwischen sehe ich es so: kein Fleisch zu essen sehe ich als etwas Gutes an; besonders wenn man den Fleischgeschmack gerne mag und dadurch einen großen Verzicht übt. Da ist es doch super, dass man diesen haben kann ohne dass dafür ein Tier draufgehen musste. Ein bisschen strange finde ich es natürlich schon. Aber wenn diese Ersatzprodukte dazu führen, dass auch Menschen, die sich ein Leben ohne Fleisch nicht vorstellen können, ohne Fleisch leben können, dann ist das doch prima! Vor allem, wenn man es so hinbekommt, dass der Verkoster gar nicht merkt, wenn sein Schnitzel ohne Fleisch ist. Was spricht denn dann dagegen, auf Fleisch zu verzichten? Ich bin der Meinung, dass es hauptsächlich die eingeschränkte Sichtweise ist. Und diese kann ich sehr gut nachvollziehen.

Wenn es wirklich stimmt, was einem die „Vegan-Lobby“ erzählt; nämlich, dass man so unglaublich viel Wasser spart bei der Herstellung von Tofu oder ähnlichem im Vergleich zu einem Steak und wenn es dabei auch noch um weitere Ressourcen geht, dann bin ich der Meinung, dass man diese Bewegung unterstützen sollte; auch unserer Umwelt zuliebe und nicht nur der Tiere wegen.

Deswegen bin ich aber nicht davon überzeugt, dass wir alle nur noch Veganer sein sollten. Ich finde es schön, wenn sich das Bewusstsein der Menschen darüber erweitert, was sie zu sich nehmen. Ich denke dadurch würde man einiges an Fleisch einsparen können, ohne dass jeder einzelne Mensch komplett darauf verzichten müsste.

Ich finde es schön, dass wir alle so unterschiedlich sind und jeder andere Vorlieben hat. Die Welt wäre langweilig, wenn dies nicht so wäre.

 

Wie steht ihr denn zu dem Thema? Besonders Meinungen von Nicht-Fleischessern würden mich interessieren, da ich diese noch nicht oft gehört habe – in meinem Freundes- und Bekanntenkreis befinden sich fast nur Fleischesser.

 

1 Kommentar 16.2.15 21:24, kommentieren

Der Anfang

Im letzten Jahr habe ich zum ersten Mal in der Fastenzeit auf Süßes und Knabberkram verzichtet. Die ersten Tage fielen mir schwer, aber auch nur, weil ich wusste, dass mir die ganze Zeit ohne meine geliebte Schokolade bevorsteht. Ich habe aber gemerkt, dass es mir doch leichter fiel, auf die Dinge, die mir sonst den Tag so versüßt haben, zu verzichten, als an den Tagen zuvor, an denen ich mir selber gesagt habe: „heute esse ich mal keine Schokolade“ – das hat nie geklappt.

Dadurch, dass ich mich nun fest darauf eingestellt hatte und wusste, dass es nur für eine bestimmte Zeit sein wird, ging es erstaunlich gut. Ich hatte mich davor körperlich nicht so wohl gefühlt. Und deswegen beschlossen, eine Zeit ohne Süßes auszuprobieren. Und es ging mir wirklich hervorragend. Es hat mir sehr gut getan. Es ging mir nicht darum, dadurch abzunehmen oder meinen Konsum an Süßem langfristig zu unterbinden (aber ja, ihn zumindest zu reduzieren), sondern hauptsächlich um meinem eigenen Wohlbefinden nachzuspüren und mir selber zu beweisen, dass ich das durchziehen kann.

In diesem Jahr habe ich mir das Selbe vorgenommen: Ich wollte auf Süßigkeiten und Chips verzichten. Nun habe ich aber auch schon öfter mit dem Testen (wohlgemerkt, erstmal nur Testen!) des veganen Lebensstils geliebäugelt. Ich war jahrelang Vegetarier und bin nun seit ein paar Monaten wieder dahin zurückgekehrt. Ich habe nicht den Eindruck, dass es meinem Körper je geschadet hat (zugegebener Maßen hatte ich früher einen niedrigen HB-Wert und durfte deswegen nicht Blutspenden; aber es war kein Mangel) und ich fühle mich gut dabei.

Hingegen fühle ich mich in der Nähe eines Veganers wie ein schlechterer Mensch. Dieser Mensch muss dazu nichts tun (also um Gottes Willen mich bitte nicht belehren!), außer sich einfach vegan zu ernähren. Dann fühle ich mich schlecht, weil ich finde, dass er etwas Gutes tut. Als ich zum ersten Mal Vegetarier geworden bin, habe ich mich dafür entschieden, weil mir die Tiere so leid taten. Dies ist auch immer noch oft der Fall, aber ich habe mich auch bewusst gegen Fleisch entschieden, weil mir hier direkt bewusst ist, was ich da esse und das Tier hierfür sterben musste.

Jedoch finde ich nicht, dass jeder Mensch Veganer sein sollte. Das Fleischessen gehört schon seit Menschengedenken zu unserem Leben und es spricht auch gar nichts dagegen. Daher war für mich eher die Haltung der Tiere das Gräuel und das Ausmaß an Fleisch, das produziert wird und zu welchem Preis. Und genau in diesem Punkt bin ich nicht konsequent: mein Käse und meine Milch und mein Joghurt kommen vermutlich auch größtenteils aus einer Massentierhaltung, gegen die ich definitiv bin. Aber ich bin auch Mensch und bequem. Und daher finde ich, dass Veganer bessere Menschen sind (solang sie einen nicht bekehren möchten oder es zumindest nicht ausüben), weil Sie sich dafür entschieden haben, für die Tiere einzustehen und dafür zu verzichten.

Ich weiß schon, dass dies alles Einstellungssache ist. Anfangs konnte ich mir nicht vorstellen, Vegetarier zu sein und nun ist es überhaupt kein Problem für mich.

Daher bin ich sehr gespannt, wie dieser Versuch ausgehen wird.

10 Kommentare 11.2.15 15:08, kommentieren